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Lass liegen!

Ein Beitrag von Friedrich Völkers und David

Ansgar Koreng / CC BY 3.0 (DE) / Original

Heute auf dem Weg zur Arbeit, schnell noch einen Kaffee gekauft, dazu noch ein belegtes Baguette und ab in die Bahn. Zu doof, nur noch Stehplätze. Egal, erst mal was essen bevor die erste anstrengende Arbeitsphase beginnt. Die Zähne ins Brot geschlagen, schon die erste Enttäuschung des Tages: Verhältnis Brot zu Mayo 1:1. Das kann weg, weniger Fast Food ist eh gesünder. Bei dem Gestank vergeht einem sowieso der Appetit. Da steht die Geruchsquelle auch schon vor einem und bettelt nach Geld. Einfach nicht beachten, diese Obdachlosen sind eh nur zu faul zum Arbeiten und geben das Geld für Drogen aus.

Warum schleicht der Zug nur so? Das Meeting fängt doch bald an. Jetzt ist rennen angesagt, da steht der Kaffee nur im Weg, also weg damit. Puh, auf die Minute pünktlich. Hektisch Mantel und Schal abgelegt, Stift und Unterlagen aus der Tasche gewühlt und schon gehts los mit dem Meeting. Wo ist nur der verdammte Stift? Bestimmt irgendwo tief in der Tasche verschollen. Aber dafür ist jetzt keine Zeit. Was soll´s, da liegen ja mehr als genug rum.

Endlich ist die Besprechung vorbei, ab in die wohlverdiente Mittagspause. Kantine oder der Burgerladen neben an? Wieso nicht mal was bestellen? Sushi klingt doch gut. Die Familienbox ist sogar gerade noch im Angebot. Vielleicht isst Toni aus der Technik auch noch was mit?

Die Standardgröße hätte auch gereicht, aber naja… Wenigstens ein paar mehr Treuepunkte gesammelt. Nur wohin mit den Resten? Ach, bis morgen sind die eh pappig. Gesättigt gehts weiter mit der Arbeit. Der Chef ruft, der Drucker spinnt. Schon wieder! So scheiße es auch ist, bei sowas sollte man sich sputen. Man will ja schließlich einen guten Eindruck machen. Was ist mit dem Drecksteil nur los? Vielleicht die Druckerpatrone? Na toll, die Klappe klemmt. Mit ein bisschen Gewalt geht alles. Verdammt! Billighemden halten echt nichts aus. Einmal hängen geblieben, schon ist ein Riss im Ärmel. Immerhin geht der Drucker wieder. Aber Kleider machen Leute, mit dem Fetzen tritt man doch nicht vor seinen Boss. Zum Glück hat H&M immer Hemden auf Lager. Den Riss kann man über den Tag noch verdecken, aber tausende Mails schreiben sich nicht von alleine.

Wo sind denn alle hin? Was? Schon so spät? Naja, den Rest kann man auch morgen beenden. Jetzt heißt es erstmal losstratzen und ein neues Hemd kaufen. Schnell noch abgeschlossen und dann ab zum nächstgelegenen Center. Ordentlich kalt geworden. Vielleicht kann ein neuer Schal auch nicht schaden. Der Alte sieht schon etwas abgeranzt aus und die Farbe ist auch schon wieder aus der Mode. Wollen die jetzt auch schon für die Plastiktüten Geld? Egal, in der Tasche ist nicht genug Platz. Jetzt aber ab nach Hause, Fußball fängt bald an. Oh nein, da stehen sie auch schon wieder. Diese nervigen Flyertypen. Na gut, man will ja höflich sein. Dann nimmt man halt einen mit und wirft ihn später weg. Liegt noch Pizza im Tiefkühler? Pizza geht immer zu Fußball. Ein bisschen geht der Abend noch. Das sollte man genießen.

Laut „nachhaltig-sein.info“ verbraucht jeder Deutsche pro Kopf ganze 453 kg Müll im Jahr. In Florians Artikel über unsere Wegwerfgesellschaft, wird einem vor Augen geführt, wie verschwenderisch der Durchschnitt Deutsche heutzutage lebt. Das geht besser!

In dem Alltagsbeispiel wurde verschwendet:

Kaffe und belegtes Baguette:

Hätte man an den Obdachlosen geben können.

Bleistift:

Nicht gleich aufgeben und weitersuchen.

Familienbox Sushi:

Nicht immer auf Angebote reinfallen und bewusst nicht zu viel kaufen.

Zerrissenes Hemd:

Nicht wegwerfen und ein Neues kaufen, sondern reparieren.

Schal:

Reparieren und einfärben.

Flyer:

Wenn du ihn nicht willst, nicht annehmen und danach wegwerfen.

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