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Die Stille im Zug

Ein Beitrag von Julien Glaser

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„Wie kann es in einem öffentlichen Transportmittel nur so still sein?“ Frage ich mich sehr oft. So oft, das ich nun darüber schreibe.


Kleinstadt-Dschungel

Vorweg eins: Ich rede nicht von der S- oder U-Bahn in Berlin oder anderen Großstädten, sondern von den Regionalexpressen dorthin. Die Großstadtkids wissen deshalb eventuell nicht was ich meine, lest aber trotzdem einfach mal weiter. Wie lieb!

Als jemand der in einer Kleinstadt im Umkreis von Berlin aufgewachsen ist und deshalb oft in diese Stadt gefahren ist, fiel mir auf, dass es in den RE`s nach und von Berlin verdammt still ist. Neben des beruhigenden Antriebsgeräusches der Lokomotive ist nichts zu hören. Rein gar nichts. Das ist doch unheimlich oder?

Aber lasst uns herausfinden warum das so ist:

1. Klar, die Pendler – kaputt vong der Arbeit und meist allein. Ich kann verstehen, dass diese Leute eher ihre Ruhe haben und chillexen wollen. Obwohl ich denke, dass gerade sie viel zu erzählen hätten?

2. Die „Musik-Hörer“ – Ich selber ordne mich, je nach Situation, oftmals auch hier ein. Find ich auch nicht so schlimm, außer man ist in Begleitung.

3.Die „alleine-Fahrer“- Sie fahren alleine Zug, hören weder Musik noch lesen sie ein Buch, unterhalten sich oder lassen Blickkontakt zu. Sie sitzen nur still vor sich her.

Warum alda?

Um genau diesen dritten Typus soll es heute gehen. Denn ich frag mich: Warum? Jungs, Mädels – Warum?

Zug fahren ohne zu Kategorie 1 oder 2 zu gehören muss doch extrem langweilig sein, oder? Alle „allein-Fahrer“ sitzen doch im selben Boot (bzw. Zug). Connected euch – selbst wenn es kleine Höflichkeiten sind, die die Person gegenüber zum lächeln bringen. Nutzt doch die Zeit besser als nur aus dem Fenster oder euer Handy (meistens ist ja sowieso kein Empfang) zu schauen.

Dabei heißt es doch immer: „die Jugend sei total unsozialisiert, schaut nur auf ihr Smartphone und ist Kontaktscheu.“ Aber ich bin mir sicher, dass unsere Zielgruppe (also ihr) genau das Gegenteil ist. Nach meinen Beobachtungen in der Bahn sind die Jugendlichen und halbstarken offen, gut drauf und für einen talk zu haben. So das Pendant dazu (ohne die Personen zu kennen): ältere Herrschaften mittleren Alters, die der dritten Kategorie zugeordnet werden können und lieber stehen, also sich neben jemanden zu setzen.

Also hier mein Aufruf an alle auf die das zutrifft:

Werdet wieder sozialer und vertreibt so nicht nur euch die Zeit, sondern sondern auch eurem Gesprächspartner. Neue Bekanntschaften tun doch keinem weh und eine sozialere Welt ist doch auch nice. Peace.

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